Foto: Motorrad © Massimiliano Serra - Fotolia.com
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Welches Navi?

Die Frage, ob es unbedingt ein spezielles Motorrad-Navi sein muss, kann man eindeutig beantworten: JA. Dabei geht es in erster Linie gar nicht um die Wetterfestigkeit. Schönwetter-Fahrer könnten sich durch div. wasserdichte Navi-Taschen helfen. Das Problem sind viel mehr die Erschütterungen. Die USB-Buchsen der Navis sind nicht für die ständigen Vibrationen ausgelegt. Recht rasch entstehen Wackelkontakte. Daher lieber etwas mehr Geld in ein Motorrad-Navi investieren, das über eine entsprechend starken Akku verfügt und/oder über eine eigene Halterung geladen wird.

Achtung, folgende Infos sind schon einige Jahre alt, der c't-Artikel stammt aus 2011 - somit sind die Modelle gar nicht mehr erhältlich. Dass der alte Tomtom Urban Rider/Rider 2013 aber immer noch das beste Gerät ist, daran hat sich auch heute (Juni 2016) -LEIDER- noch nichts geändert.

Mit den Motorradnavis hat sich das Magazin c't beschäftigt und folgende Geräte getestet: Garmin zumo 660 E, MEDION PNA S3747 (MD97628), Pearl NavGear Real3D (PX-4594), Baros NAV-PNX 35 M, Garmin zumo 220, tomtom Urban Rider. Der Artikel kann hier gekauft werden.

Bei diesem Test schneidet das Garmin in meinen Augen viel zu gut ab. Folgende Mankos:
- Routen müssen extra importiert werden. Dies kann funktionieren, muss aber nicht. Auch ausgesprochene Garmin-Fans beklagen die mühsame und fehlerhafte Import-Prozedur.
- Völlig unrealistische Berechnung der geplanten Ankunftszeit, da es ausserorts eine viel zu hoch angesetzte Durchschnittgeschwindigkeit annimmt.
- Teilweise irre Berechnung von Routen. Bei einem Autobahnknoten von der Autobahn runtern, im Knoten einmal im Kreis und dann wieder zurück auf die Autobahn.
- So gut wie keine Bugfixes für die leider fehlerhafte Software. Entsprechend sind die Postings im Forum.
- Laden von Routen und Anzeige auf der Karte kann mehrere Minuten dauern.
- Kein vernünftiger Autozoom in Abhängigkeit der Geschwindigkeit.

Ich habe mir dann das wesentlich günstigere Tomtom Urban Rider CentralEurope gekauft. Da werden die Routen einfach nur raufkopiert - ohne frickeligem Import und irgendwelchen Neuberechnungen. Die aktive Halterung ist für die meisten nicht notwendig. Dank Energiesparfunktion kommt man mit einer Akkuladung locker einen Tag durch. Und besonders toll: Die Möglichkeit, als Fahrprofil die "Kurvenreiche Strecke" zu wählen. Das ist wirklich absolut brauchbar!

Tipps zum Fahren mit Motorrad und Navigationssytem

Allgemeine Tipps

Es gibt nichts ärgerliches, als plötzlich ohne Navigationssystem im Nirgendwo zu stehen und nicht zu wissen, ob man jetzt links oder rechts fahren soll. Und wie man überhaupt jemals wieder nach Hause kommt. Ist mir alles schon passiert. Damit dir nicht das selbe passiert, hier ein paar Tipps:

  • Kontrollier die Route doppelt und dreifach
    Meine Routen, die ich bereits gefahren bin, sollten eigentlich alle passen. Was problematisch ist und anfangs immer wieder passiert: Man positioniert einen Routenpunkt unabsichtlich in einer Nebenstrasse. Das passiert dann, wenn man zuwenig weit in die Karte zoomt. Was passiert: Man wird angewiesen, irgendwo abzubiegen und nach 50 Metern wieder umzudrehen. Das ist wirlich ärgerlich. Um dies zu vermeiden: Zoome nach dem groben Festlegen der Route nochmals auf jeden Punkt hin und kontrolliere die Positionierung. Oder leg Routenpunkte am besten zwischen den Ortschaften fest, wo es nicht viele kleine Nebenstrassen gibt.

  • Präge dir die Route halbwegs ein!
    Fahr nicht einfach blind nach dem Navi. Es geht auch darum, dass man die eigene Umgebung besser kennenlernt. Wenn dir jemand erzählt, dass es im Irenental ein gutes Gasthaus gibt, kanns ja nicht sein, dass du nur schulterzuckend da stehst, obwohl du bereits 20x durchgefahren bist. Ein bisschen geografische Allgemeinbildung ist nicht schädlich! ;-)

  • Lern mit deinem Navi umzugehen!
    Wenn du versehentlich oder absichtlich von der Strecke abkommst, ist es nützlich, wenn man Funktionen wie "Das nächste Ziel überspringen" kennt. Oder wenn man die Strassensperre-Funktion kennt. Ansonsten wird es dir so gehen, dass dich das Navi wieder zurücklotst, du den Punkt in der Route abfahren muss und erst dann gehts wieder weiter. Man muss nicht zwingend jeden Routenpunkt abfahren, dafür gibts keine Bonuspunkte.

  • Nimm herkömmliches Kartenmaterial mit oder druck dir die Route aus
    Falls das Navi unerwartet den Geist aufgibt, benötigt man eine Karte. Die kannst du samt Route sogar selbst ausdrucken. Wie? Zoom in die richtige Stufe, so dass man die wichtigen Ortsnamen erkennen kann, die man für die Orientierung mit Strassentafeln brauchen wird und mach mit der Druck-Taste einen Screenshot. Öffne Word oder ähnliches, schalte das Seitenformat auf Querformat um und füg den Screenshot mit Strg+V ein. Evt. auf mehrere Seiten verteilen. Oder die Druckansicht des Motoplaners verwenden.



Den Motoplaner verdanken wir:
Harzpoint